Gesundheit24 April, 2026

Prävention beginnt mit einer gemeinsamen Evidenzbasis Vier Schritte zum Aufbau einer präventiven Versorgung

Wichtigste Erkenntnisse

  • Schulen Sie Klinikpersonal bereichsübergreifend und verbessern Sie den Informationszugang, um Personalmangel zu begegnen und die teamorientierte Präventivmedizin zu stärken.
  • Befähigen Sie Patienten durch digitalen Werkzeugen und evidenzbasierter Bildung, um ein proaktives Gesundheitsmanagement zu fördern.
  • Nutzen Sie KI und soziale Determinanten, um die Versorgung zu personalisieren, präventive Maßnahmen zu skalieren und gesundheitliche Ungleichheiten zu bekämpfen.
Stärken Sie Präventionsprogramme von der Schulung von Klinikern und der Patientenbefähigung bis hin zur Nutzung von KI und der Berücksichtigung sozialer Determinanten.

Etablierte globale Gesundheitsmärkte verlagern ihren Fokus von der Akutversorgung und der Behandlung chronischer Krankheiten hin zu proaktiver Prävention, Bevölkerungsgesundheit und Primärversorgungsmodellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines weltweiten Fachkräftemangels im Gesundheitswesen – die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert, dass bis 2030 11 Millionen Fachkräfte fehlen, und die Europäische Union sieht sich mit einer alternden Ärzteschaft konfrontiert. Lange Wartezeiten auf nicht dringliche Überweisungen sorgen weiterhin für Unzufriedenheit bei Patientinnen und Patienten.

Prävention kann langfristig helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen –insbesondere angesichts der Dynamik und technologische Veränderungen im Gesundheitswesen und der zunehmenden Einbeziehung von Patienten und Patientinnen. Es gibt jedoch noch Handlungsbedarf – nur fünf von 20 einkommensstarken europäischen Ländern verfügen über systematische primäre Präventionsmaßnahmen in Krankenhäusern. Dies erfordert außerdem eine Veränderung der Denkweise und Kultur.

Jetzt ist es an der Zeit, die Prävention mit Blick auf langfristige finanzielle und strukturelle Stabilität in den Mittelpunkt zu stellen. Vier zentrale Schritte können Gesundheitssystemen helfen – unabhängig von der Größe der Organisation oder der Struktur des Systems.

1. Verbesserung der fachübergreifenden Schulung von medizinischem Personal sowie des Zugangs zu Informationen

Selbst wenn mehr Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden, um dem künftigen Fachkräftemangel zu begegnen, ist nicht sicher, dass dadurch die derzeitigen Anforderungen der Primärversorgung erfüllt werden. Die fachübergreifende Schulung von medizinischem Personal ist ein Weg, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und einen teamorientierten Ansatz in der Prävention zu unterstützen. Beispielsweise überträgt das Vereinigte Königreich Pflegekräften mehr Verantwortung, was Ärzte und Ärztinnen entlastet und zentrale Vertrauensprinzipien für klinische GenAI Lösungen unterstreicht, die multidisziplinäre Teams aufeinander abstimmen und komplexe Patientenbedürfnisse unterstützen können.

Systeme können auch die Bedürfnisse von medizinischem Personal unterstützen, indem sie ein lokales Gesundheitsmanagement ermöglichen. Im Jahr 2024 hat das italienische Gesundheitssystem (Servizio Sanitario Nazionale, SSN) ein Gesetz verabschiedet, das die Autonomie der Regionen in verschiedenen Politikbereichen, darunter auch die Gesundheitsversorgung, erweitert. Dies kann den Regionen helfen, flexibel auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten einzugehen und ihre Bevölkerung, ländliche Regionen und die Fachkräfteversorgung optimal zu unterstützen.

2. Patientinnen und Patienten befähigen, ihre eigene Versorgung aktiv mitzugestalten

Patienten und Patientinnen zu ermutigen, eine aktive Rolle in ihrer Versorgung zu übernehmen, kann helfen, Versorgungslücken zu schließen und präventive Maßnahmen zwischen Arztbesuchen zu fördern – insbesondere für Menschen die weit von zentralen Gesundheitseinrichtungen entfernt wohnen oder nur eingeschränkten Zugang zu persönlichen Arztbesuchen haben. Digitale Gesundheits-Tools werden zunehmend zur Behandlung bzw. dem Management chronischer Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes eingesetzt und können Telemedizin und digitale Strategien unterstützen. In einem Umfeld, in dem Menschen ständig Fehlinformationen zum Thema Gesundheit ausgesetzt sind und möglicherweise auf KI-Chatbots zurückgreifen, die nicht immer genaue Anleitungen liefern, kann eine evidenzbasierte Aufklärung präventive Maßnahmen unterstützen. Patientinnen und Patienten können sich dadurch besser befähigt und informierter fühlen, was zu einer proaktiven Teilnahme an Routineuntersuchungen, einer besseren Therapieadhärenz und einem größeren Vertrauen in Gesundheitseinrichtungen beitragen kann.

3. Fokus auf soziale Determinanten, um eine personalisierte Versorgung zu ermöglichen

Soziale Einflussfaktoren machen 80 % der Gesundheitszustände aus und sind von entscheidender Bedeutung für die Bewältigung von gesundheitlichen Ungleichheiten. Patienten und Patientinnen, die weit entfernt von zentralen Gesundheitseinrichtungen wohnen, benötigen möglicherweise mehr Zeit und Aufwand, um Versorgung in Anspruch zu nehmen, und haben andere Bedürfnisse und gesundheitliche Belange als Patientinnen und Patienten in städtischen Gebieten, die möglicherweise stärkerer Luft- oder Wasserverschmutzung ausgesetzt sind. Die Berücksichtigung der sozialen Einflussfaktoren kann helfen, den Klinikbesuch optimal zu nutzen, Behandlungspläne individuell so anzupassen, dass sie umsetzbar sind, und die Einbindung und Ansprache gezielt zu gestalten, damit diese möglichst effektiv sind.

4. KI kann Prävention in großem Umfang ermöglichen

Langfristig bewegen sich Gesundheitssysteme in Richtung personalisierte Medizin, indem sie KI nutzen, um große Datenmengen auszuwerten, soziale Einflussfaktoren zu verstehen und proaktiv auf Patientengruppen zuzugehen. Viele öffentliche Gesundheitssysteme sind noch nicht auf diesem Niveau angelangt, doch die Möglichkeiten werden langsam erkannt.

Organisationen können jetzt damit beginnen, ihre Daten auszuwerten, um die Merkmale ihrer Patientenpopulation zu verstehen, bestehende Strategien zur Patienteneinbindung weiterzuentwickeln und Möglichkeiten zur Personalisierung der Patientenansprache für eine bessere Prävention zu identifizieren. KI kann zudem dabei helfen, Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu identifizieren, indem sie Daten auf Bevölkerungsebene analysiert und so kosteneffizientere und gezieltere Interventionen unterstützt.

Prävention beginnt mit einheitlicher Evidenz

Unabhängig vom Land, der Organisation des Gesundheitssystems oder der Bevölkerungsverteilung basiert eine gute Prävention auf Evidenz. Evidenz und Provenienz in der KI gestützten Entscheidungsunterstützung, und eine darauf abgestimmte Orientierung muss sich in den Aufklärungsmaterialien für Patientinnen und Patienten widerspiegeln.

Sechs zentrale Präventionsthemen wurden weltweit über einen Zeitraum von drei Jahren von über 3 Millionen Ärztinnen und Ärzten in UpToDate®, dem System zur klinischen Entscheidungsunterstützung, mehr als 25,6 Millionen Mal aufgerufen. Der standardisierte Zugang zu klinischen und Patienteninformationen zu Themen wie Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Frauengesundheit kann dazu beitragen, dass Leistungserbringer und Patienten und Patientinnen aufeinander abgestimmt bleiben und eine proaktive Versorgung gefördert wird.

Erfahren Sie mehr darüber, wie eine präventive Versorgung umgesetzt und wie KI genutzt werden kann, um Prävention für Patientenpopulationen in großem Maßstab zu unterstützen. Laden Sie den UpToDate Point of Care Report „KI-gestützte Prävention“ herunter und informieren Sie sich über weitere Themen unserer Reports auf der Webseite.

Laden Sie den UpToDate Point of Care Report „KI-gestützte Prävention“ herunter.

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