Die Langzeitstudie Zukunftsstudie Schulmanagement von Wolters Kluwer untersucht, wie stark Schulleitungen durch digitale Tools bei der Durchführung ihrer Leitungsaufgaben unterstützt werden. Wir sprachen darüber mit Thomas Henseler, Verlagsleiter Public Education Management bei Wolters Kluwer in Deutschland.
Wie kam es dazu, dass Sie und ihr Team die Langzeitstudie ins Leben gerufen haben?
Das Aufgabenspektrum von Schulleitungen hat sich in den vergangenen Jahren stark erweitert – zu Lasten der Leitungszeit von Schulleiterinnen und Schuleitern. Umso wichtiger wurde der Einsatz digitaler Tools, die schulische Führungskräfte bei der Organisation und Verwaltung der Schule unterstützen und interne Prozesse optimieren. Wir haben die Studie initiiert, um ein genaues Bild darüber zu erhalten, wie verbreitet digitale Lösungen im Schulleitungsalltag sind, welche Optimierungsmöglichkeiten es gibt und wo Entwicklungsbedarf besteht. Mit den Ergebnissen möchten wir auf die Bedürfnisse und Anforderungen aufmerksam machen, um so strukturelle Entscheidungen im Bildungsbereich positiv und zukunftsweisend zu beeinflussen. Ziel ist es, die die Entwicklung über einen langen Zeitraum zu begleiten. Zum Auftakt haben wir in diesem Jahr den Schwerpunkt auf der Digitalisierung im Schulleitungsalltag gelegt.
Warum befasst sich die Studie explizit mit Schulleitung?
In den Diskursen rund um die Digitalisierung an Schulen haben Schulleitungen in den letzten Jahren leider kaum eine Rolle gespielt und erfahren erst allmählich Aufmerksamkeit, obwohl sie meistens die Innovationsprozesse in Schulen vorantreiben. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit der Zukunftsstudie Schulmanagement nun vermehrt diese Gruppe dezidiert in den Blick nehmen und Einblicke in ihre Arbeit gewinnen. Als führender Anbieter von Fachinformationen und digitalen Lösungen für das Schulmanagement liegt uns sehr viel daran, unsere Zielgruppe bestmöglich in die Digitalisierung zu begleiten.
Wie wurde die Studie umgesetzt?
Rund 600 Schulleiter:innen haben sich an unserer Online-Befragung beteiligt. Wissenschaftlich begleitet wurde die Zukunftsstudie Schulmanagement von Prof. Dr. Michael Schratz, Institut für Schulforschung an der Universität Innsbruck, Prof. Dr. Kai Maaz, Leibnitz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF), und Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs, Technische Universität Kaiserslautern. Für ihre kompetente und fachliche Unterstützung bei Studiendesign und -auswertung sind wir sehr dankbar.
Was nehmen Sie aus den Ergebnissen der Zukunftsstudie Schulmanagement 2022 mit?
Zusammenfassend kann man sagen, dass Schulleiter:innen sich noch stärker professionalisieren und noch digitaler werden wollen. Es gibt jedoch viel Handlungsbedarf: zum einen fehlt es an geeigneten Tools speziell für die Leitung einer Schule, zum anderen sehen Schulleitungen selbst ihre eigene Kompetenz in Bezug auf die Anwendungen digitaler Tools als ausbaufähig an.
Es gibt zum Beispiel kaum digitale Tools zur Unterstützung von Arbeitsabläufen im Schulleitungsalltag. Zudem benötigen Schulleiter:innen noch mehr Unterstützung bei der Administration und Verwaltung. Stark nachgefragt werden auch Rechercheanwendungen zu rechtlichen Themen, wie Schulrecht und Datenschutz. Selbstverständlich richten auch wir unser Angebot nach diesen Anforderungen aus und haben mit den Carl Link Modulen auf Wolters Kluwer Online bereits hochwertige Angebot in den benötigten Bereichen.